Der neue Flörsheimer CDU-Vorsitzende Markus Töpfer will die Partei wieder nach oben bringen

15. Juni 2016

Von Jens Etzelsberger: FLÖRSHEIM – Keine zwei Jahre ist Markus Töpfer Mitglied im Stadtverband und schon CDU-Vorsitzender. Ende Mai wurde er in einer Mitgliederversammlung in geheimer Wahl mit 88 Prozent der Stimmen gewählt.

So neu wie in der Flörsheimer CDU ist er bei den Christdemokraten aber nicht. Seit 2000 ist Töpfer CDU-Mitglied, seine Kontakte zu den Christdemokraten gehen allerdings noch weiter zurück. Als unabhängiger Kandidat wurde er bei der Bürgermeisterwahl in Schmitten von der CDU unterstützt, der er drei Jahre nach Amtsantritt im Rathaus auch beitrat. Bürgermeister, ein Amt, das für ihn auch in Flörsheim infrage käme? Derzeit kein Thema, sagt der Fünfzigjährige, sein aktueller Job als RMD-Geschäftsführer fülle ihn aus und mache Spaß.

MARKUS TÖPFER
Jahrgang 1965

1985: Abitur am Friedrich-Dessauer-Gymnasium, Frankfurt.

1985 bis 1986: Grundwehrdienst

1986 bis 1989: Studium an der Verwaltungsfachhochschule und Vorbereitung auf den gehobenen Verwaltungsdienst, Abschluss: Diplom-Verwaltungswirt (FH)

1989 bis 1997: Verschiedene Tätigkeiten als Beamter des gehobenen Dienstes in der hessischen Landesverwaltung. Zuletzt Büroleiter der Verwaltungsfachhochschule in der Abteilung Frankfurt am Main.

1997 bis 2003: Bürgermeister der Gemeinde Schmitten im Taunus.

Seit 2003: Geschäftsführer der RMD Rhein-Main Deponie GmbH.

Seit 2007: Geschäftsführer der MTR Main-Taunus-Recycling GmbH und der RMN Rhein-Main Deponienachsorge GmbH

Bei zwei Wahlen im Sinkflug

Als Flörsheimer CDU-Vorsitzender hat er sich noch eine Menge zusätzliche Arbeit aufgeladen. Die Partei befindet sich seit zwei Kommunalwahlen im Sinkflug, jetzt soll es Markus Töpfer richten. Dass er keine lange Mitgliedskarriere in der Ortspartei vorweisen kann, sieht er nicht als Nachteil. Unter dem unverstellten Blick von außen offenbarten sich Zusammenhänge manchmal anders, sagt Töpfer im Gespräch mit dieser Zeitung. Mit den 88 Prozent Zustimmung kann er gut leben. Kein schlechtes Ergebnis für einen, der von außen kommt, findet Töpfer.

Die Gründe für den Abwärtstrend der Christdemokraten in der Stadt? Für Töpfer schwierig zu sagen, er ist erst seit Kurzem dabei. Aber zurück blickt er sowieso nicht so gerne. Nach vorne will er schauen und dann am liebsten bergauf gehen. Denn dass mit dem erneuten Absturz bei der jüngsten Kommunalwahl bei den Christdemokraten die Bodenbildung eingesetzt hat, steht für Töpfer außer Frage. Tiefer runter wird es nicht gehen, ist er überzeugt. Aber auch nicht von selbst wieder nach vorne. Ein Marathonlauf wird es werden, die CDU wieder nach oben zu bringen, ist er sicher. Und was oben ist, ist für ihn auch klar. Zunächst ein CDU-Bürgermeister und dann wieder stärkste Fraktion im Parlament.

Für Töpfer ist die Wiederwahl von Amtsinhaber Michael Antenbrink (SPD) Mitte 2018 nämlich keinesfalls schon ausgemachte Sache. „Direktwahlen haben ihre eigenen Gesetze“, sagt Töpfer. Wie wenig ein Amtsbonus wert sein kann, hätten Harald Schindler in Hochheim und jüngst Antje Köster in Hattersheim gezeigt.

Natürlich ist die Situation nicht einfach, natürlich leidet auch die CDU unter den gesamtgesellschaftlichen Veränderungen, die allen Parteien zu schaffen machen. Als Ausrede soll das aber nicht herhalten. „Kontinuierliche, harte Arbeit – Kärrnerarbeit“ hat Töpfer sich und der Partei verordnet. Themen setzen, im vorpolitischen Raum präsenter sein, als Team auftreten – das sind die Rahmenbedingungen, unter denen Töpfer den Neustart schaffen will. „Wir können mehr“, sagt Töpfer und ist überzeugt, dass die Partei mehr Potenzial hat, als die aktuellen Wahlergebnisse zeigen. Dass der Wortbruch bei der Wahl zum Regionalverband die Außendarstellung der Partei belasten kann, ist Töpfer schon klar. „Natürlich wird das diskutiert werden“, sagt er. Auch die interne Diskussion zu dem Thema sei extrem schwierig gewesen.

Gegenseitiges Vertrauen im neuen Viererbündnis

Ob das neue Viererbündnis genügend Raum für die Profilbildung der CDU lässt? Sicher, sagt der Vorsitzende. Das gegenseitige Vertrauen und die inhaltlichen Schnittmengen seien zwar groß, aber nicht bei allen Themen müsse Einstimmigkeit herrschen. Und vor dem Parteiprofil sollen ohnehin die Sachthemen stehen, sagt Töpfer. Die Gefahr, dass seine Partei vom Bürgermeister unter Druck gesetzt wird, der für seine Projekte jetzt verstärkt in der Öffentlichkeit werben will, sieht Töpfer nicht. „Die politischen Beschlüsse werden im Parlament gefasst.“ Und wenn Bürgermeister Antenbrink nun Unterstützung bei den Bürgern suche, dann müsse er sich aber auch anhören, was die Bürger etwa zu dem Rigterink-Lager zu sagen hätten, findet Töpfer. Entscheidungen mit solchen Konsequenzen werde es mit der CDU nicht mehr geben, versichert er. Auch weiterer sozialer Wohnungsbau am Untertor sei mit den Christdemokraten nicht zu machen, ebenso wenig wie verdichtete Bebauung am Ortsrand, wie sie Richtung Wicker zu beobachten sei. Und trotz allem: Ein Komplott gegen den Bürgermeister gebe es nicht, betont Töpfer, wohl aber unterschiedliche Ansichten zu Themen und Führungsstil.

Als Nachfolger von Steffen Bonk ist Markus Töpfer zunächst für eineinhalb Jahre gewählt. Ende 2017 will er erneut als CDU-Vorsitzender kandidieren. Er hat noch einiges zu erledigen.

Quelle: Main-Spitze vom 15. Juni 2016

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