F.A.Z.: Fluglärm – Im Tiefflug über neue Wohnhäuser

15. Juli 2014

Direkt in der Einflugschneise des Frankfurter Flughafens soll in Flörsheim neu gebaut werden. Abermals bemängelt die CDU diesen Plan: Ein Wohnungsbau dort eröffne „ein hohes Konfliktpotential.“

15.07.2014, von HEIKE LATTKAFLÖRSHEIM

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Die Diskussionen um das Neubaugebiet „Meierhof“ direkt in der Einflugschneise des Flughafens reißen in Flörsheim nicht ab. Jetzt hat die CDU die Offenlage des Bebauungsplans dazu genutzt, um nochmals kritische Punkte deutlich zu machen. Die Opposition beruft sich vor allem auf die Aussagen des Regierungspräsidiums, das „erhebliche Bedenken“ anmelde. Gesunde Wohnverhältnisse seien dort nicht gegeben, deshalb eigneten sich die Flächen nicht zu Wohnzwecken. Der Bau von 24 Wohnungen eröffne „ein hohes Konfliktpotential“, heißt es in der Stellungnahme aus Darmstadt. Die Flörsheimer CDU sieht sich mit diesen Aussagen in ihrer Ablehnung des Neubaugebiets bestätigt und will deshalb nach Angaben ihres Fraktionsvorsitzenden Marcus Reif in der nächsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung die Magistratsvorlage abermals ablehnen.

Bürgermeister Norbert Antenbrink (SPD) dagegen sprach von einer unveränderten Ausgangslage. Es gebe einen Investor, der auf dem Areal bauen wolle. Die Stadt Flörsheim ermögliche mit dem Bebauungsplan nur die Arrondierung eines Wohngebiets. An diesem Plan halte die rot-grüne Mehrheit weiter fest. Die Einwände des Regierungspräsidenten seien bekannt und Teil des Offenlageprozesses, änderten aber an der Ausgangslage nichts, hob Antenbrink hervor.

Neubau sei unverantwortlich

Wie berichtet, soll zwischen den Wohnhäusern an der Wickerer Straße 86 und 88 auf beiden Seiten einer neuen Erschließungsstraße verdichtete Bebauung ermöglicht werden. Über dieses Gelände zwischen dem früher gewerblich genutzten Meierhof und einer Gärtnerei fliegen bei Ostwetterlage die auf der Nordwestlandebahn des Frankfurter Flughafens landenden Maschinen in einer Höhe von weniger als 280 Metern.

Die CDU halte es nach wie vor für unverantwortlich, in einem so hoch belasteten Gebiet eine weitere intensive Wohnbebauung zu ermöglichen, heißt es von der Partei. Wer nun neue Bauflächen direkt unter der Anfluggrundlinie ausweise, konterkariere doch alles Engagement gegen die Landebahn, kritisierte Reif. Aktuelle wissenschaftliche Studien bewiesen zudem, dass der Fluglärm das Risiko für Herz- und Kreislaufleiden und für Krebserkrankungen deutlich erhöhe.

Mit dem Ausweisen dieses Neubaugebiets schwäche die Stadt auch in erheblichem Maß ihre Verhandlungsposition gegenüber der Landespolitik, Gerichten, Fraport, Luftfahrtgenehmigungsinstanzen und der Luftfahrtindustrie. Mit dem Wissen, dass ein Leben im Norden von Flörsheim bei schönem Wetter unter dem Lärmdiktat stehe, könne kein Stadtverordneter mit gutem Gewissen einer Ausweisung solcher Neubaugebiete zustimmen, äußerte Reif.

Quelle: Rhein-Main-Zeitung der F.A.Z. Erschienen auf FAZ.NET unter http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/fluglaerm-im-tiefflug-ueber-neue-wohnhaeuser-13045930.html

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