Höchster Kreisblatt: Das Modell für den Beck-Kreisel

7. Oktober 2012

Die langen Diskussion über die Gestaltung des Bauwerks hält Ortsvorsteherin Mirijam Kröhle (CDU) für unwürdig

Nicht mit Ruhm bekleckert haben sich die Beteiligten bei den Beratungen über den Gisbert-Beck-Kreisel. Doch nun ist eine Lösung in Sicht.

Von Sascha Kröner

Steinquader, ein Baum sowie eine Gedenktafel sollen künftig den Gisbert-Beck-Kreisel zieren. Foto: Nietner

Flörsheim. Es kommt hin und wieder vor, dass sich Planungen im politischen Geschäft zu scheinbar unendlichen Geschichten entwickeln. Besonders auffällig wird so eine Verzögerung, wenn es sich um die Gestaltung eines Kreisels handelt, der täglich von hunderten von Fahrzeugen passiert wird. Wenn dieser Kreisel dann noch einem angesehen Flörsheimer gewidmet ist, der sein Leben im Einsatz für andere Menschen verlor, wird die Situation peinlich.

Zähes Verfahren

So scheint es zumindest die Flörsheimer Ortsvorsteherin Mirijam Kröhle (CDU) zu sehen. Ihr hat die Diskussionen über die Gestaltung des Gisbert-Beck-Kreisels eindeutig zu lange gedauert. Das zähe Verfahren in dem Gremium sei dem verstorbenen Polizeibeamten und seiner Witwe Liesel Beck nicht würdig gewesen, erklärt die Christdemokratin.

Zur Erinnerung: Der Kreisel auf der Wickerer Straße wurde bereits vor zweieinhalb Jahren eingeweiht. Auf Vorschlag der CDU entschieden sich die Stadtverordneten einstimmig für den Namen Gisbert-Beck-Kreisel. Der Flörsheimer Polizeihauptwachtmeister Gisbert Beck fiel im Juni 1983 einem Amoklauf an der Vockenhausener Freiherr-vom-Stein-Schule zum Opfer.

Auf dem Verkehrsbauwerk, das seinen Namen trägt, ist seit der Einweihung aber nicht viel geschehen. Nur wilder Rasen und Unkraut wucherten bisher im Zentrum des Kreisels. Eigentlich eine Schande.

Ein Grund für die Verzögerung der Gestaltung liegt in den Vorschlägen, die die Stadt den Mitgliedern des Ortsbeirates vorlegte. Die Entwürfe, die mit Kosten von bis zu 40 000 Euro angegeben wurden, waren manchen Vertretern der Fraktionen nämlich zu teuer. Der Ortsbeirat habe die Vorgabe gemacht, dass die Verwaltung die Kosten im Auge behalten solle, berichtet Mirijam Kröhle. Die Vorschläge seien deshalb nicht in einer Form gewesen, der man die Zustimmung erteilen wollte. “Wir saßen da sehr verwundert”, beschreibt Mirijam Kröhle die Reaktion des Ortsbeirates. Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD) habe die teuren Entwürfe damals mit dem Hinweis gerechtfertigt, dass ein Kreisel an solch einer zentralen Stelle entsprechend schick gestaltet werden müsse, erläutert die Ortsvorsteherin.

Der Ortsbeirat wählte dann letztlich einen Entwurf, der einen Baum sowie einen großen Stein als Gestaltungselemente vorsah, und beschloss die Deckelung der Kosten. Die Arbeiten am Kreisel sollten nicht teurer als 20 000 Euro werden. Einem neuen Entwurf, der nun 17 500 Euro kosten soll, stimmte der Ortsbeirat im November 2011 zu. Demnach soll ein Ahornbaum in einem Steinkreis gepflanzt werden. Daneben ist ein Findling vorgesehen, in dem der Name Gisbert Beck eingraviert wird. “Wir sind davon ausgegangen, dass im Frühjahr etwas passiert”, erklärt Mirijam Kröhle. In der letzten Sitzung vor der diesjährigen Sommerpause teilte Rathauschef Antenbrink dem Ortsbeirat jedoch mit, dass ein Ausführungsplan fehle.

Arbeiten verzögern sich

Im August schließlich schien sich das Projekt seiner Umsetzung zu nähern. Michael Antenbrink informierte die Mitglieder des Ortsbeirates darüber, dass der Bauhof mit der Gestaltung des Kreisels betraut worden sei. In der Pflanzzeit im Herbst solle mit den Arbeiten begonnen werden. Mirijam Kröhle hofft nun, dass die geplanten Elemente schnell durch die Mitarbeiters des Bauhofes umgesetzt werden. Ihr sei es wichtig, dass der Kreisel schön werde und das Projekt nach dieser langen Zeit endlich zu Ende komme. Aber noch ist es nicht soweit . . .

Quelle: Höchster Kreisblatt vom 5. Oktober 2012

Eine Antwort zu “Höchster Kreisblatt: Das Modell für den Beck-Kreisel”

  1. mercadee sagt:

    Die CDU-Fraktion spricht sich gegen die Ansiedlung von Speditionen oder verkehrsintensiven Logistikern aus. Die Sprecher von Nextparx selbst hätten in Aussicht gestellt, dass Unternehmen angesiedelt werden sollen, die an- und abfahrende Logistik mit einem Veredelungsschritt dazwischen als unternehmerische Tätigkeit betreiben wollten.

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