Main-Spitze: Flörsheimer CDU wünscht sich mehr Mitgefühl in der Flüchtlingsdiskussion

30. Januar 2016

FLÖRSHEIM – Flüchtlinge sollen kein Kommunalwahlkampfthema sein. Darauf haben sich alle Flörsheimer Parteien geeinigt. Unter den Bürgern scheint es aber dennoch ein Thema zu sein, wie CDU-Fraktionsvorsitzender Marcus Reif und Parteivorsitzender Steffen Bonk am Freitag bei der Vorstellung des Wahlprogramms berichteten.

„Es ist grenzwertig, welche Diskussionen wir führen müssen“, sagte Marcus Reif und bezog sich dabei vor allem auf Äußerungen im Netz. Facebook erweise sich dabei immer mehr als „Deppenmagnet“, so Reif weiter.

Lob für Helfer

Die geplante Unterbringung von bis zu 300 Flüchtlingen in Wicker und rund 700 Menschen im Kastengrund zwischen Weilbach und Hattersheim werde auf unzulässige Weise mit den Ereignissen der Kölner Silvesternacht verknüpft, berichtet Reif. Die geäußerten Befürchtungen seien dabei weit hergeholt. „Wenn man 300 Wickerer und 300 Weilbacher in die Stadthalle steckt, läuft das auch nicht konfliktfrei ab“, sagte Reif. Die Flüchtlinge seien „anständige Leute, die versuchen, sich eine Zukunft aufzubauen“.

Reif äußerte aber auch Verständnis. „Ich kann die Sorgen teilweise nachvollziehen“, sagte er zur geäußerten Kritik an der Größe der geplanten Wickerer Containerunterkunft. Das vorbildliche ehrenamtliche Engagement für Flüchtlinge in Flörsheim und Weilbach lasse sich in Wicker in dieser Form offenbar nicht realisieren. „Die Stimmung kippt. Viele Ehrenamtliche überdenken ihr Engagement“, sagte Reif. Eine Entwicklung, die ihm Sorgen bereite. Die Stadt habe schon immer Fremde integriert und dennoch ihren eigenen Charakter erhalten. Dies werde diesmal aber nur möglich sein, „wenn es gelingt, aus Fremden Flörsheimer zu machen“, sagte Reif, der sich von der Bevölkerung mehr Mitgefühl wünscht. Besonders die Vereine seien bei der Integration der Menschen gefragt.

Bezüglich der Wickerer Flüchtlingsunterkunft stünden noch Prüfungen aus, die das Projekt gefährden könnten, sagte Reif und meinte damit naturschutzrechtliche Untersuchungen zu möglichen Hamsterpopulationen.

„Keine Indizien“

Bürgermeister Michael Antenbrink sagte auf Anfrage, er sehe keine Indizien für ein Vorkommen der Tiere auf dem bisher landwirtschaftlich intensiv genutzten Gelände. Reif betonte am Freitag, dass die Flüchtlingsfrage kein Kommunalwahlthema sei, schon weil kein kommunaler Einfluss existiere. Alle Parteien und Fraktionen stünden hier eng beisammen.

Quelle: Main-Spitze vom 30. Januar 2016

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