Main-Spitze und Höchster Kreisblatt zum Wechsel des Parteivorsitzenden

17. November 2013

Höchster Kreisblatt vom 14. November 2013:

Der alte und der neue Flörsheimer CDU-Vorsitzende: Marcus Reif (links) und Steffen Bonk nach der Wahl.
Der alte und der neue Flörsheimer CDU-Vorsitzende: Marcus Reif (links) und Steffen Bonk nach der Wahl.

Steffen Bonk löst Marcus Reif ab

Eindeutiges Votum der CDU-Mitglieder für den neuen Vorsitzenden, der Verwaltungsfachmann ist. Eigentlich wollte Marcus Reif zehn Jahre als Parteichef der Flörsheimer CDU absolvieren. Doch der Fraktionschef trat wegen der Doppelbelastung nicht mehr zu Wahl an.

Mit einer mutigen, durchaus selbstkritischen Rede verabschiedete sich Marcus Reif als Vorsitzender der Flörsheimer CDU. Nach wie vor engagiert sich der Weilbacher noch als Fraktionschef sowie als Kreistagsabgeordneter und Kreisvorstandsmitglied für die Christdemokraten. Doch die Doppelbelastung als Partei- und Fraktionschef wollte sich der 39-Jährige nach sechs Jahren Amtszeit nicht mehr antun.

Nackenschläge

Im November 2007 wurde Marcus Reif einmütig zum CDU-Chef gewählt. Was er danach an Nackenschlägen wegstecken musste, war beachtlich. Zuallererst ist in diesem Zusammenhang die Eröffnung der Landebahn Nordwest im Oktober 2010 zu nennen. Seitdem bekommt die CDU in der Mainstadt noch mehr Gegenwind als bis dahin üblich war. So verlor die vorige CDU/FDP-Koalition ihre Mehrheit. Auch deshalb, weil einige FDP-Mitglieder in der Auseinandersetzung um die Umgehungsstraße B 519/B 40 mit ätzender Polemik auf die verlorenen Bürgerentscheide reagiert hatte. Das kam bei den Wählern nicht gut an, die FDP verlor an Stimmen und damit war es um die seit Jahren dominierende CDU/FDP-Allianz geschehen. Während der Amtszeit als Parteichef der CDU musste Marcus Reif auch hinnehmen, dass der Posten des Ersten Stadtrates an die Grüne Alternative Liste Flörsheim (Galf) verloren ging. Die neue SPD/Galf-Koalition machte dies möglich. Weder Dr. Bernd Blisch, der zur Stadtratswahl antrat, noch Markus Ochs, der bis zuletzt auf eine Wiederwahl gehofft hatte, konnten die neue Mehrheitskoalition auf deren Weg aufhalten.

Immer noch sauer ist und bleibt Marcus Reif, wenn es um die anscheinend ewig währende Terminhatz geht, die von Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD) bei allen großen Projekten angeführt worden sei, um seine Ideen durchzudrücken. Dabei seien die Abrissarbeiten im Weilbacher Ortskern genauso wie der Abriss des alten Feuerwehrgerätehauses neben dem Rathaus in Flörsheim ebenfalls viel zu früh erfolgt. Dazu komme, dass weder für West V, noch für das Ex-Axthelm-Gelände, noch für das Hotel am Bahnhof die Investoren Schlange stehen würden. Der Rathauschef habe aber immer anderes propagiert.

Er wolle sich aber bei seinem Abschied als Parteichef nicht mit dem merkwürdigen Amtsverständnis des amtierenden Bürgermeisters auseinandersetzen. „Es bringt uns auch nicht weiter und das Dominanzverhalten und die Koalitions-Esoterik kritisiere ich gerne an einer anderen geeigneteren Stelle“, meinte Marcus Reif. Ausdrücklich lobte der scheidende Vorsitzende die kollegiale und offenen Arbeitsweise des neuen hauptamtlichen Ersten Stadtrates Sven Heß (Galf). Dieser informiere frühzeitig und versuche, die Oppositionsfraktionen bei den Entscheidungsprozessen mit einzubeziehen. Marcus Reif ging auf die Probleme ein, die die CDU seiner Meinung nach in der Mainstadt hat. „Wir müssen kompliziert denken, aber einfach sprechen. Wir müssen die Bedürfnisse der Leute ernst nehmen. Wir müssen zuhören können und uns kümmern, insbesondere im die kleinen Dinge.“ Doch es bedürfe vor allem an charismatischen Charakteren. „Wir brauchen Leuchttürme“, sagte Marcus Reif. Vor allem in Flörsheim selbst, denn in den Stadtteilen habe die CDU erfolgreiche Vertreter. Die dortige Basis sei „hervorragend“. Reif hob in diesem Zusammenhang die beiden Ortsvorsteher Christopher Wilmy (Wicker) und Thomas Schmidt (Weilbach) sowie die Weilbacher CDU-Ortsverbandsvorsitzende Gerlinde Goldbach-Thimm hervor. Für Flörsheim-Stadtmitte erhofft sich Reif von Steffen Bonk und Bernd Blisch eine klare Politik. Steffen Bonk (33) war zuvor mit großer Mehrheit (zwei Gegenstimmen), zum Nachfolger von Reif gewählt worden. Bonk arbeitet als Verwaltungsbeamter in Steinbach (Taunus).

Quelle: Höchster Kreisblatt vom 14. November 2013

Main-Spitze vom 14. November 2013: 

Wechsel im Vorsitz der Flörsheimer CDU

FLÖRSHEIM. Von Elke Flogaus

Die CDU hat einen neuen Vorstand (von links): Thomas Schmidt und Dr. Bernd Blisch, Jerome Wagner, Jutta Euler, Steffen Bonk, Christopher Willmy, Gerald Benisch und Ilona Krowarsch.	Foto: Elke Flogaus

Die CDU hat einen neuen Vorstand (von links): Thomas Schmidt und Dr. Bernd Blisch, Jerome Wagner, Jutta Euler, Steffen Bonk, Christopher Willmy, Gerald Benisch und Ilona Krowarsch. Foto: Elke Flogaus

„Ich habe mich entschieden, für den Parteivorsitz nicht mehr zu kandidieren“, erklärte Marcus Reif zu Beginn der CDU-Parteiversammlung, zu der am Donnerstag 34 der rund 200 Mitglieder in die Kulturscheune gekommen waren. Dort wurde mit 28 Stimmen als Nachfolger der einzige Kandidat für das Amt, Steffen Bonk, gewählt. Bonk, 33 Jahre alt, wohnhaft in der Gallusstraße und verheiratet, hatte bei der Stadt Flörsheim eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten gemacht, ein Studium zum Verwaltungsfachwirt angeschlossen und arbeitet seit zweieinhalb Jahren in der Verwaltung von Steinbach.

Um Vertrauen werben

Bei seiner kurzen Vorstellung setzte er sich als neuer Parteichef vor allem das Ziel, mehr Präsenz in der Öffentlichkeit zu zeigen und um Vertrauen in der Bevölkerung zu werben. Auf die vielen jungen engagierten Parteimitglieder war zuvor auch Marcus Reif eingegangen, der als Fraktionsvorsitzender im Stadtparlament weiter im Amt bleibt. „Dieser Generationenwechsel ist unser großes Prä, das andere Parteien nicht haben“, sah er die Flörsheimer CDU besser aufgestellt als die Konkurrenz, wobei er gleichzeitig die Verdienste vieler langjähriger Mitglieder wie Norbert Hegmann oder Berthilde Enders gebührend würdigte. Jetzt sei es an der Zeit, den Vorsitz von Fraktion und Partei wieder aufzuteilen, um die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen.

Ausschlaggebend für seinen Verzicht seien der anspruchsvolle Beruf, die Familie mit dem fast dreijährigen Sohn, sein Alter, das auf die 40 zugehe, und seine pflegebedürftige Mutter gewesen. Auch sei ihm als ausgeprägtem Analytiker die mangelnde Nähe zu den Bürgern mitunter zum Vorwurf gemacht worden. „Veränderungen erzeugen Dynamik“, stellte er sich dieser Kritik und nannte zugleich auch einige Niederlagen seiner Partei in den vergangenen Jahren wie die verlorenen Bürgermeisterwahlen, das desaströse Ergebnis der Kommunalwahl 2011, die Niederlage bei der Volksabstimmung zur Umgehungsstraße und den Verlust des Postens des hauptamtlichen Stadtrats.

Gerit Kaus scheidet aus

Um politische Dinge zum Guten zu gestalten und die Menschen mit ihren Sorgen, Ängsten und Nöten ernst zu nehmen, wertete er die Wahlen als durchaus positiv. So wurden als Stellvertreter des neuen Parteivorsitzenden Christopher Willmy und Thomas Schmidt, die Ortsvorsteher von Wicker und Weilbach, sowie Dr. Bernd Blisch mit großer Mehrheit gewählt, während sich Gerit Kaus von ihren Vorstandsämtern nach 20 Jahren mit einem weinenden Auge verabschiedete. „Was haben Politiker und schöne Frauen gemeinsam“, fragte sie humorvoll in die Runde und erklärte, beide wüssten nicht, wann ihre Zeit zu Ende sei. Sie allerdings schon.

Selbstironie war dagegen dem einstimmig neu gewählten Geschäftsführer Jerome Wagner fremd. Er stellte sich als 35-Jähriger aus Mönchen-Gladbach vor, der seit sieben Jahren in Flörsheim lebt, zuvor Maschinenbau studiert habe und bei Opel Projektleiter sei. Einstimmig wiedergewählt wurde Ilona Krowarsch zur Kassiererin, ein Amt, das sie bereits seit 14 Jahren innehat.

Quelle: Main-Spitze vom 14. November 2013

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