Main-Spitze: Weilbacher Straße 5 ist fast verkauft

7. Oktober 2017

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Stadt kommt wohl nicht zum Zug / Viererbündnis kritisiert Bürgermeister

FLÖRSHEIM – Das Anwesen in der Weilbacher Straße 5 ist so gut wie verkauft und der Käufer wird wohl nicht die Stadt Flörsheim sein. Nach Angaben von Jörg Guderian, dem Geschäftsführer der Flughafen-Immobilientochter Fraport-Casa, ist ein Verkauf an eine junge Familie mit Kindern geplant, aber noch nicht notariell protokolliert. Die Familie zahle auch einen höheren Preis als die 215 000 Euro, die die Stadt als mögliche Höchstgrenze festgesetzt hatte. Über diesen Umstand sei die Stadt in der vergangenen Woche informiert worden, so Guderian im Gespräch mit dieser Zeitung.

Fraport-Casa will neutral bleiben

Bürgermeister Michael Antenbrink hatte den Ortsbeirat am Donnerstag über den Sachstand informiert. Guderian betonte, dass sein Unternehmen in dieser Sache keinerlei Partei ergreifen, aber bei der Veräußerung grundsätzlich auch soziale Aspekte berücksichtigen wolle, wie dies bei der Entscheidung für eine junge Familie der Fall gewesen sei. Guderian sagte auch, dass Bereitschaft bestünde, bei Kaufabsicht der Stadt noch einmal intensive Gespräche zu führen. Ein konkretes Ankaufsbegehren der Stadt habe bisher aber nicht vorgelegen.

Der Ankauf des Grundstücks war vom Viererbündnis aus CDU, Galf, Freien Bürgern und FDP in Magistrat und Stadtverordnetenversammlung beschlossen worden, stieß aber mehrfach auf den Widerspruch von Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD), der das Wohl der Stadt gefährdet sah. Der Plan des Viererbündnisses sah den Abriss der Bestandsgebäude und den Bau von elf bis 15 preisgünstigen Wohnungen vor. Auch ein Flörsheimer Investor hatte für das Grundstück Pläne erarbeiten lassen und war zu ähnlichen planerischen Schlussfolgerungen wie das Viererbündnis gekommen.

Sorge vor Zunahme von Politikverdrossenheit

Dass der Kauf nun wohl gescheitert ist, ruft beim Viererbündnis laute Kritik an Bürgermeister Antenbrink hervor. Mit seinen Einsprüchen habe er das Projekt so lange verzögert, bis es nun wohl nicht mehr umsetzbar sei, sagte Galf-Fraktionsvorsitzende Renate Mohr und unterstrich, wie überzeugend die Pläne für bezahlbaren Wohnraum gewesen seien. „Wir hatten da viel vor“, so Mohr.

„Der Bürgermeister hat den Magistrat eingeschüchtert, Mehrheitsbeschlüsse nicht beachtet und eine gute Idee, Wohnraum zu schaffen, torpediert. Eine tolle Geschichte ist den Bach runtergegangen“, kommentierte Thomas Probst, Fraktionsvorsitzender der Freien Bürger im Gespräch mit dieser Zeitung die Entwicklung. Die Gründe für Antenbrinks Handeln seien alleine politisch und egoistisch und in dem Umstand begründet, dass die Idee von den Freien Bürgern kam. Ein solches Handeln sei eines Bürgermeisters nicht würdig und befördere Politikverdrossenheit, so Probst weiter.

Quelle: Main-Spitze vom 7. Oktober 2017

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