Main-Taunus-Landrat stellt sich klar gegen Deponieerweiterung Wicker

7. März 2020

Main-Taunus-Landrat Michael Cyriax hat sich klar gegen eine Erweiterung der Deponie Wicker positioniert. Man solle die ausgestreckte Hand aus Wiesbaden annehmen, dort die Schlacke zu deponieren. 

Angelika Heyer: Lokalredakteurin Main-Spitze

Von Angelika Heyer, Lokalredakteurin Main-Spitze

Wicker. Er sehe keinen Bedarf für die Erweiterung der Deponie in Wicker, da für die Region Frankfurt/Rhein-Main mit der Deponie in Wiesbaden genügend Kapazitäten zur Verfügung stehen werden. Dieses deutliche Statement hat Main-Taunus-Landrat Michael Cyriax in einem Post in einem sozialen Netzwerk gegenüber der designierten Wickerer Ortsvorsteherin Luana Schnabel (CDU) abgegeben. Diese Einschätzung des Landrats sei nichts Neues, sagt Kreissprecher Johannes Latsch auf Nachfrage dieser Zeitung. Bereits in der Sitzung des Ausschusses für Eigenbetriebe Mitte Februar (wir berichteten) habe Michael Cyriax zu bedenken gegeben, dass Wiesbaden Kapazitäten zur Verfügung stellen wolle und daher kein Versorgungsnotstand drohe.Ausgestreckte Hand aus Wiesbaden ergreifenDas sei auch das Ergebnis eines Gespräches von Landrat Cyriax und Kreisbeigeordneter Madlen Overdick mit dem zuständigen Wiesbadener Stadtrat Hans-Martin Kessler gewesen. Mit diesem Grund fällt aus Cyriax‘ Sicht eine entscheidende Begründung für eine Deponieerweiterung weg.

In seinem Posting habe Michael Cyriax in seiner Eigenschaft als Landrat und damit Repräsentant eines der beiden Gesellschafter (Main-Taunus- und Hochtaunuskreis) klar Stellung bezogen, auch wenn die Planungen bei der Rhein-Main-Deponie GmbH (RMD) weiter laufen. Cyriax kündigt an, er werde nicht zustimmen, dass die Menschen in der Luftlinie zwischen Wiesbaden und Wicker mit zwei Deponien belastet werden. „Es wäre klug, die ausgestreckte Hand von Wiesbaden zu ergreifen. Dann erübrigen sich auch alle weiteren Prüfungen, Diskussionen und Sorgen der Menschen in Flörsheim“, so der Landrat.Cyriax weist in diesem Zusammenhang auf die Rolle des Kreises als Gesellschafter hin: „Der Kreis trifft letztlich die Entscheidung, ob in Wicker gebaut wird oder nicht. Ich habe als Landrat und damit Vertreter des Kreises diese Beschlüsse vorzubereiten und habe meine Einschätzung deutlich gegeben“, so Cyriax.Kreisbeigeordnete Madlen Overdick (Grüne) sagt als Aufsichtsratsvorsitzende der RMD, sie vertrete die Beschlusslage aus dem Aufsichtsrat und fühle sich an diese Beschlüsse gebunden. Der Aufsichtsrat hatte die Geschäftsführung beauftragt, Genehmigungsanträge für Erweiterungen der Deponien Wicker und Brandholz zu erarbeiten. Bei der zweiten Informationsveranstaltung für Bürger und auch im Flörsheimer Umweltausschuss habe Overdick bereits darüber informiert, dass der ambitionierte Zeitplan aus drei Gründen nicht eingehalten werden könne, so Kreissprecher Latsch auf Nachfrage. Das Wiesbadener Angebot, der Region Deponiekapazitäten zur Verfügung zu stellen, müsse geprüft werden. Ohne belastbare Aussage hierzu würden sicher keine Genehmigungsunterlagen eingereicht.

Die RMD erhält zum 20. April eine neue Geschäftsführung. Sie muss die Möglichkeit haben, sich in die Planungen einzuarbeiten und sie zu bewerten. Auch brauche es Aussagen zur Wirtschaftlichkeit des Projektes. Zudem gebe es enormen Informationsbedarf bei den Bürgern, dabei gehe es auch um Gefährdung der Gesundheit. „Es braucht weitere Zeit für Aufklärung, Kommunikation und Dialog“, so Overdick.

Quelle: Main-Spitze vom 7. März 2020

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