Mainufer: Ausschuss-Mehrheit will 100 000 Euro für unbestimmte Planungskosten nicht freigeben

29. Juni 2017

Von Jens Etzelsberger. FLÖRSHEIM – 100 000 Euro? Nur für Planungen? Da mussten Mitglieder des Bauausschusses bei der jüngsten Sitzung doch schon mal nachfragen. Es blieb aber dabei. Die Verwaltung hatte die Aufhebung eines Sperrvermerkes beantragt, mit dem Haushaltsmittel von eben jenen 100 000 Euro frei gegeben werden sollten, um Planungen für eine Sanierung und mögliche Neugestaltung des Mainufers beauftragen zu können. Wohin die Reise gehen sollte, sprich, in welcher Form eine Sanierung oder Umgestaltung stattfinden soll, war an dem Abend allerdings unklar. So unklar, dass die Ausschussmehrheit aus CDU, FDP, Galf und Freien Bürgern der Verwaltung keinen Freibrief erteilen wollten, um für 100 000 Euro Planungen zu beauftragen, die dann vielleicht wegen Nichtgefallen wieder verworfen werden. Die Befürchtung dahinter: Die Verwaltung, mit Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD) an der Spitze, schafft mit der Planung teure Fakten, die nicht ohne Schaden für die Kommune einfach wieder kassiert werden können.

Main-Spitze vom 29.06.2017

Einen solchen Pauschalauftrag mit einem solchen Finanzvolumen wollte das Viererbündnis nicht vergeben. Dass am Mainufer etwas geschehen muss, ist aber unstrittig. Der Fußweg direkt am Main ist brüchig und von den Wurzeln der Bäume gehoben. Über den Zustand des Festplatzes mit seiner wassergebundenen Decke gingen die Meinungen allerdings auseinander. Für Peter Kluin (Galf) ist eine Sanierung derzeit noch nicht nötig. Irgendwann aber schon und das kostet laut Antenbrink gut 100 000 Euro – mithin so viel wie jetzt nur für Planungen veranschlagt wurde.

Würde der Fußweg in seiner jetzigen Lage saniert werden, müssten Bäume gefällt werden, sagte Antenbrink. Denkbar sei aber auch eine Verlegung des Fußweges hinter die Baumreihen, was viele Ausschussmitglieder befürworteten.

Galf will sich zuerst über Grundzüge verständigen

Eine Überarbeitung des gesamten Flörsheimer Mainufers als „Schokoladenseite“ der Stadt sei aber nötig, so Antenbrink. „Irgendwann sind wir die schlechte Seite und die anderen sind die schöne Seite“, sagte er mit Blick auf die Umgestaltung des Mainufers in Rüsselsheim und Raunheim.

Renate Mohr (Galf) fordert, dass sich die Politik über Grundzüge einer Neugestaltung verständigt, bevor Planungsaufträge vergeben werden. Frank Neugebauer (CDU) regte eine Art Wettbewerb, ähnlich eines städtebaulichen Wettbewerbes an, um verschiedene Vorschläge auf den Tisch zu bekommen. Eine Idee, die Antenbrink ohne weitere Begründung als „nicht sinnvoll“ bewertete.

Thomas Probst (Freie Bürger) könnte sich auch vorstellen, Planungen im Zuge einer Studienarbeit erstellen zu lassen und hofft, dass dies viel günstiger zu haben sei. Antenbrink warf Probst vor, Fachleuten das ihnen zustehende Honorar vorenthalten zu wollen. Probst konterte, es sei schließlich das Geld der Bürger, mit dem sorgsam umzugehen sei.

Der Vorschlag, dass die Verwaltung Vorplanungen erarbeite, sei aufgrund der Arbeitsbelastung nicht zu realisieren, so Antenbrink. Gegen die Stimmen der SPD beschloss der Ausschuss, die Entscheidung bis nach der Sommerpause zu vertagen.

Quelle: Main-Spitze vom 29. Juni 2017

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