Pressespiegel: Kneifen «wäre ungehörig»

6. April 2011

Auch wenn das Panaschieren und Kumulieren als kompliziertes Prozedere eingeschätzt wird: Die Wähler machten bei der Kommunalwahl Gebrauch davon – und beförderten CDU-Mann Dr. Bernd Blisch auf einen Spitzenplatz.

Engagiert sich in der Kommunalpolitik: Dr. Bernd Blisch. Foto: nie

Flörsheim. Nicht jeder wusste was ihn nach der Kommunalwahl erwartet. Während der Einzug in die Stadtverordnetenversammlung für die Spitzenkandidaten sicher war, blieb die Zukunft für Kandidaten auf den hinteren Listenplätzen spannend. Auf Platz Nummer 18 ist ein Sitz im Parlament zweifelhaft. Dr. Bernd Blisch schaffte den Einzug in das Gremium trotzdem. Die Wähler verhalfen dem Christdemokraten sogar zu einem riesigen Sprung: Mit 3333 Stimmen machte Blisch 14 Plätze gut. Er zieht nun auf Platz vier in die Stadtverordnetenversammlung ein.

Stuttgart 21 war Auslöser

Bernd Blisch kandidierte zum ersten Mal für die Gemeindevertretung. Die Debatte um Stuttgart 21 habe ihn zur politischen Mitarbeit motivierte, berichtet der Vorsitzende des Flörsheimer Heimatvereins dem Höchster Kreisblatt. Man könne nicht einfach nur auf die Straße gehen, wenn man sich betroffen fühlt, findet Blisch. «Man muss sich legitimieren lassen», meint der neue Stadtverordnete. Sein Ergebnis bei der Wahl habe ihn überrascht, gibt der CDU-Kandidat zu. «Ich hätte nicht gedacht, dass kumulieren und panaschieren so viel ausmacht», erklärt er.

Ein bekannter Mann

Als Ursache für den gewaltigen Sprung innerhalb der CDU-Liste vermutet Bernd Blisch natürlich seine große Bekanntheit. Der promovierte Historiker leitet den Flörsheimer Heimatverein seit zwölf Jahren als Vorsitzender. In diesem Zeitraum hielt er auch häufig Vorträge zur Flörsheimer Lokalgeschichte. Außerdem arbeitete Bernd Blisch von 1993 bis 2001 bei der Flörsheimer Stadtverwaltung. Als Leiter des städtischen Kulturamtes war der Flörsheimer vielen Mainstädtern bekannt. Da seine Arbeit als weit überdurchschnittlich bewertet wurde, ist er noch heute unvergessen. «Wahrscheinlich kennt man mich in Flörsheim», fasst Blisch lachend zusammen. Aktuell arbeitet der Historiker im Bereich Museum der Stadtverwaltung Wiesbaden.

Einsatz für die Kultur

Bernd Blisch ist entschlossen, den Auftrag der Flörsheimer Wähler anzunehmen. «Nicht anzutreten wäre ungehörig», betont der 48-Jährige, der das in ihn gesetzte Vertrauen nicht enttäuschen möchte. «Natürlich wird das etwas völlig Neues», gibt der Gewählte zu. Er ist sich aber sicher, dass er es schafft, Politik und Beruf unter einen Hut zu bringen. «Ich bin mal gespannt», sagt der CDU-Mann voller Vorfreude auf die künftige politische Arbeit. Als größtes Problem Flörsheims sieht er die hohe Verschuldung der Stadt. Der Chef des Heimatvereins will sicherstellen, dass kulturelle Angebote trotzdem erhalten bleiben. «Ich möchte auf keinen Fall, dass die Kultur unter der Verschuldung leidet», so Bernd Blisch. sas (sas)

Quelle: Höchster Kreisblatt vom 06.04.2011

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