Wall soll die Anwohner schützen

Im Norden von Weilbach soll auf einer Fläche von 27 Hektar ein neues Kiesgrubengelände entstehen. Die Stadtverordnetenversammlung könnte das Projekt aber noch stoppen.

Der Kiesabbau auf dem Weilbacher Kiesgrubengelände geht seinem Ende entgegen. Im kommenden Jahr soll die letzte Tonne aus der Erde geholt werden. Danach steht die Verfüllung der gewaltigen Gruben auf dem Programm. Die Erschöpfung des bisherigen Areals soll allerdings nicht das Ende des Kiesgeschäfts in Weilbach bedeuten. Die Gesellschaft zur Rekultivierung der Weilbacher Kiesgruben (GRKW) plant die Fortsetzung des Kiesabbaus südlich der A 66 im Bereich zwischen der L 3265 und der B 519. Die Geschäftsführer Kjell Schmidt und Dr. Mathias Bausback präsentierten das Projekt im Ortsbeirat und mussten sich viele kritische Töne anhören.

Auf einer Fläche von 27 Hektar, die bis an die Querspange nördlich des Weilbacher Ortsrandes heran reicht, sollen 22,5 Hektar für den Kiesabbau genutzt werden. Die GRKW-Chefs rechnen damit, dass in zwölf Jahren etwa 2,6 Tonnen Erdschicht und 5,5 Tonnen Kies abtransportiert werden (Anmerkung: dürften Mio. Tonnen sein). Wenn der Startschuss im Jahr 2020 fällt, solle das Projekt bis 2032 abgeschlossen sein, nannte Mathias Bausback einen möglichen Zeitplan. Das Partnerunternehmen Mineral würde den Abbau des Kies übernehmen, der für die Herstellung von Beton benötigt wird. Momentan wird ein Verkehrskonzept entwickelt, dass die Anbindung des künftigen Baustellenverkehrs regeln soll. Soweit die nüchternen Fakten. Viele Ortsbeiratsmitglieder und Besucher störten sich jedoch daran, dass die geplante Abbaufläche viel näher am Ort liegt, als das bestehende Kiesgrubengelände.

Der Feinstaub

Die GRKW hat den Schutz der Weilbacher berücksichtigt: Mathias Bausback und Kjell Schmidt erläuterten, dass ein 15 Meter breiter und 6 Meter hoher Wall in Richtung des Wohngebiets vorgesehen sei. Die Bedenken konnten sie damit aber nicht ausräumen. Zum Lärm komme noch der Feinstaub hinzu, klagte ein Zuhörer. „Das muten sie den Weilbachern zu“, schimpfte der Mann. Er gab zu bedenken, dass Entfernungen von 500 Metern für den Staub leicht zu überwinden seien. Das nächste Wohnhaus sei aber nur 270 Meter entfernt, betonte der Weilbacher.

Das betroffene Wohnhaus gehört dem Ortsbeiratsmitglied Silke Bolender (Galf). Die Weilbacherin erkundigte sich nach den Betriebszeiten des Kiesabbaus. Mathias Bausback erläuterte, dass die Arbeiten um 7 oder 8 Uhr morgens beginnen und bis 16 Uhr andauern. Samstags werde normalerweise nicht gearbeitet. Silke Bolender wollte außerdem wissen, wie mit einer betroffenen Fläche umgegangen wird, auf der sich Steinkäuze angesiedelt haben. Laut Bausback möchte die GRKW versuchen, die Tiere auf den Germania Sportplatz umzusiedeln. Wenn dies scheitere, werde dort kein Kies abgebaut.

Auf eine Nachfrage von dfb-Mann Thomas Probst zur Verkehrssituation antwortete Bausback, dass das Verkehrsaufkommen nicht mehr, aber auch nicht weniger werde. Klaus Badeck vom Verein „Weilbach wehrt sich“ wollte wissen, wie die GRKW garantiere, dass die Kiestransporter nicht durch den Ort fahren. Für eine genaue Antwort müsse man das Verkehrskonzept abwarten, erläuterte Schmidt.

Ein Besucher fragte nach , wie viel Geld die GRKW mit dem Kiesabbau mache und wie viel den Weilbachern zugute komme. Bausback wies darauf hin, dass die GRKW in den vergangenen Jahren keinen Gewinn ausgeschüttet habe. Alle Einnahmen seien in Infrastrukturmaßnahmen geflossen.

Betretenes Schweigen

Betretenes Schweigen löste die Frage von Gerlinde Goldbach-Thimm aus: Die CDU-Ortsbeirätin wollte wissen, ob die Möglichkeit besteht, dass das Projekt noch fallen gelassen wird. Die Antwort von Verwaltungschef Michael Antenbrink: „Letztendlich entscheidet die Stadtverordnetenversammlung.“

Quelle: Höchster Kreisblatt vom 15. November 2017

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