Wichtiger Meilenstein für eine alternative Zukunft des Marienkrankenhauses

9. September 2017

Beide Praxen bleiben erhalten und bieten den Grundstein für ein Ärztezentrum

Ende September schließt das Flörsheimer Marienkrankenhaus nach 113 Jahren Tätigkeit in der jetzigen Form. Das sind 113 Jahre Flörsheimer Geschichte, die bei den Dernbacher Schwestern mit einem 18-Betten-Haus beginnt und über die Dominikanerinnen, die ab 1955 die Geschicke des Hauses von den Dernbacher Schwestern übernahmen, bis hin zur Marienhaus GmbH, die über die letzten 13 Jahre Verantwortung trugen.

Leider ist ein Belegkrankenhaus in der Größe des Marienkrankenhaus nicht mehr zu finanzieren. Die Summe der ausstehenden Erstattungen der Krankenkassen reicht bei weitem nicht mehr für eine vollumfängliche wirtschaftliche Tätigkeit, was zu einer finanziellen Schieflage führte. Dazu gehört auch, dass die Belegkrankenhäuser nur etwa eine 80 %ige Kostenerstattung im Vergleich zu vollstationären Kliniken erhalten. Das gültige Krankenhausgesetz sieht übrigens die Schließung kleinerer Krankenhäuser vor, was das Marienkrankenhaus in eben diese Situation führte.

Das Marienkrankenhaus, der Förderverein, die Flörsheimer Politik und viele andere suchten in den letzten Monaten nach Wegen, eine alternative Zukunft für den medizinischen Bereich zu finden. Nun ist es vollbracht. Beide Praxen –von Wail Saad und Dr. Rudolf Krancher – bleiben erhalten und bieten weiterhin ihre medizinischen Dienste für ihre Kunden an. Das ist eine großartige Nachricht, bietet sie nämlich die ideale Basis, um die Option eines Ärztezentrums weiterzuentwickeln.

Die Herausforderung für die Politik in der Stadt, dem Kreis, dem Land und dem Bund ist es nun, die stabilen Voraussetzungen für die Fortführung des alternativen medizinischen Standorts Marienkrankenhaus als Ärztezentrum zu schaffen. Unser Dank gilt ausdrücklich dem Team um Herrn Osypka, Frau Saal, Frau Nohles, Schwester Lucina und dem Freundes- und Förderkreis Marienkrankenhaus Flörsheim e.V. für ihren Einsatz. 

Im Übrigen teilen wir ausdrücklich nicht den anwaltlichen Weg, den Bürgermeister Antenbrink beim Marienkrankenhaus einschlägt. Aus der Presse ist zu entnehmen, dass Bürgermeister Antenbrink sagte: “Laut der vertraglichen Vereinbarungen hätte das Krankenhaus die Stadt über die geplante Schließung informieren müssen. Dies sei aber nicht geschehen, sodass die Verwaltung offiziell von einer Weiterexistenz des Krankenhauses über den 1. Oktober hinaus ausgehen muss“. In der Sondersitzung auf Antrag der SPD zur Schließung des Marienkrankenhauses wurde im Beisein von Bürgermeister Antenbrink über die Schließung debattiert. Für alle Flörsheimer Politiker ist die Schließung ein bitterer Fakt. Wir sind sicher, dass in Gesprächen mit Herrn Osypka alle offenen Fragen zu klären sind. 

Marcus K. Reif
Fraktionsvorsitzender CDU Flörsheim am Main

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