Svenja Čolak ist seit etwa fünf Jahren im Flörsheimer Stadtparlament und seit viereinhalb Jahren Parteivorsitzende der CDU Flörsheim. Hauptberuflich arbeitet sie als Referatsleiterin bei der Stadt Hattersheim und ist zuständig für das Thema Kinderbetreuung und Familien. Sie ist unter anderem in der Fastnacht aktiv und hat zwei Kinder.
Frau Čolak, was sind aus Ihrer Sicht die drei wichtigsten Themen, bei denen Sie und die CDU sich einbringen wollen?
Solide Finanzen, das Ehrenamt und die Entwicklung der bereits genehmigten Wohngebiete sowie des Gewerbegebiets West V.2. Wir müssen unsere Stadt auf sichere Beine stellen. Dazu gehört es, zu priorisieren und langfristig und sorgfältig zu planen. Wir können keine Schnellschüsse mehr machen, wo auf einen Schlag unüberlegt viel Geld ausgegeben wird. Beispielsweise beim Herrenberg wollen wir, dass etwas Schönes entsteht. Wir möchten das behutsam angehen. Wir wollen, dass die Stadt lebenswert bleibt und das kulturelle Leben aufrechterhalten. Das ist eines meiner Herzensthemen.
Sie sind in verschiedenen Vereinen aktiv. Was wollen Sie konkret für die Vereine machen?
Die Unterstützung der Vereine ist eine freiwillige Leistung der Stadt. Bei allen finanziellen Diskussionen muss ich sagen: Wenn das nicht mehr funktioniert, geht das Herz der Stadt verloren. Die Vereine müssen unterstützt und gefördert werden. Ich glaube, es liegt nicht immer nur am Geld. Weniger Bürokratie täte den Vereinen sehr gut. Zum Beispiel um Räume schneller zu buchen oder Hilfe bei den Sicherheitsanforderungen für Feste und Veranstaltungen. Es wäre auch toll, wenn man die Ehrenamtskarte des Main-Taunus einfacher beantragen und bekannter machen könnte.
Worauf schauen Sie in Ihren ersten fünf Jahren im Stadtparlament gerne zurück?
Auf die Einführung des Kinderparlaments bin ich persönlich sehr stolz. Das ist ein kleiner, aber für die Kinder ganz großer Erfolg. Die Zusammenarbeit mit unserem Koalitionspartner war sehr produktiv und vertrauensvoll, ebenso die Beratungen in den Ausschüssen.
Wie reagieren Sie auf die Vorwürfe des Spitzenkandidaten der SPD, Philipp Moritz, in Flörsheim habe zuletzt Stillstand geherrscht?
Ich finde, dass sich Flörsheim positiv entwickelt hat. Die Geschwindigkeit ist gewollt, um den Charakter der Stadt zu bewahren. Es tut sich etwas im Kleinen, aber auch die großen Würfe haben funktioniert. Der Gesundheitscampus etwa ist ein großer Erfolg. Wir werden immer älter. Die Menschen haben jetzt einen Ort, an dem sie erst zum Arzt gehen können, um dann noch in der Apotheke oder im Orthopädiezentrum etwas abzuholen. Das ist gerade für die älteren Menschen vor Ort unheimlich wichtig. Auch hinter der Mainufer-Sanierung stehe ich voll und ganz. Da entsteht etwas Tolles, sowohl für die Flörsheimer Bürgerinnen und Bürger, als auch für Menschen, die bisher nur mit dem Rad vorbeigefahren sind. Das neue Mainufer lädt zum Verweilen ein und wird die Gastronomie ankurbeln.
Finden Sie, es bräuchte zur Sanierung der kommunalen Finanzen Rechenzentren in Flörsheim?
Beim Gewerbegebiet West V.2 ist ein Rechenzentrum ausgeschlossen wegen des Tanklagers nebenan. Dies ist unser letztes Gewerbegebiet und soll gezielt entwickelt werden. Was eigentlich jetzt viel dringender gebraucht wird, sind Massenspeicherwerke und die sind noch einmal größer als Rechenzentren. Ich sehe dafür keine Flächen in Flörsheim, Keramag-Falkenberg, Wicker oder Weilbach.
Welche Fehler hat die CDU auf kommunaler Ebene gemacht?
Sicherlich hätte man bei manchem Projekt noch eine Beratungsschleife mehr drehen können. Ich werbe stets für ein gutes Miteinander, das ist mein persönlicher Grundsatz. Dafür setze ich mich auch bei meinem Fraktionsvorsitzenden ein. Wir müssen mehr und intensiver zuhören und miteinander sprechen. Das ist mein Ziel.
INTERVIEW VON ADRIAN KASKE. Mittwoch, 11. März 2026, Höchster Kreisblatt – Main-Taunus-Kreis / Flörsheim
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