Warum schon vor der Kommunalwahl feststeht, dass die 37-Jährige nicht mehr Wickerer Ortsvorsteherin wird und was sie sich für die Fläche des alten Feuerwehrhauses vorstellen kann.

Flörsheim. Schon bevor die Wähler am 15. März zur Urne gehen, steht ein Ergebnis der Kommunalwahl bereits fest: Luana Schnabel wird nicht mehr dem Wickerer Ortsbeirat angehören und dementsprechend auch nicht mehr das Amt der Ortsvorsteherin übernehmen. Der Grund: Die 37-Jährige, die seit Juni 2020 dem Gremium vorsaß, kandidiert nicht mehr für den Ortsbeirat. Sie konzentriert ihr politisches Engagement auf die Stadtverordnetenversammlung, wo sie auf Listenplatz drei für die CDU kandidiert. Politik für Wicker will sie weiter machen, nun eben ausschließlich im höchsten Beschlussorgan der Kommunalpolitik. Um den Ortsteil ist ihr dabei nicht bange. „Wir haben so viele interessante Menschen, die Verantwortung übernehmen wollen, das ist schon Luxus“, sagt Schnabel im Gespräch mit der Redaktion. Sollte die CDU die entsprechenden Mehrheiten bekommen, ist Dirk Graafen auf dem Listenplatz eins für das Amt des Ortsvorstehers gesetzt.

Dass mit ihrer Amtszeit auch die Ära der neben Marianne Buch (Keramag-Falkenberg) einzigen Ortsvorsteherin der aktuellen Legislaturperiode zu Ende geht, ist für Schnabel ohne Belang. Mit Berthilde Enders und Nastassja Hartmann war der Wickerer Ortsbeirat schon öfter von Frauen geführt worden. Doch wie blickt Luana Schnabel auf ihre Amtszeiten zurück, die sie zunächst während der Wahlperiode als Nachfolgerin von Christopher Willmy und dann als wiedergewählte Ortsvorsteherin hinter sich gebracht hat?

Speziell seien sie schon gewesen, vor allem durch die Corona-Pandemie, die nicht nur das politische Leben durcheinanderbrachte. Dass mit dem Höfefest eine Alternative zum Weinfest geschaffen werden konnte, ist für sie ein Beispiel, wie auch unter schwierigen Rahmenbedingungen gesellschaftlicher Zusammenhalt und Begegnungen ermöglicht werden konnten.

Gute Arbeitsatmosphäre im Ortsbeirat

Der größte Erfolg sei aber zweifellos die Verhinderung der geplanten Erweiterung der Wickerer Deponie gewesen. „Das hat mich einige schlaflose Nächte gekostet, aber es war toll, wie die Wickerer zusammengehalten haben“, findet sie. Ohnehin sei die Art der Zusammenarbeit im Ortsbeirat speziell. Die sonst entlang der Parteigrenzen verlaufenden Frontlinien der politischen Diskussion sind hier weniger ausgeprägt. Man diskutiert konsensorientiert, der Ton ist verbindlich, man kennt sich. „Es herrscht eine gute Arbeitsatmosphäre im Ortsbeirat“, lobt Schnabel das Gremium.

Ihre Bürgerfragestunden, die zu Beginn gut frequentiert waren, hat Luana Schnabel nach zwei, drei Jahren eingestellt. Die Nachfrage war einfach nicht da. In dem Stadtteil, der immer ein Dorf geblieben ist, sind die Wege sowieso viel kürzer. Ortsvorsteher werden da einfach auf der Straße angesprochen, wenn der Schuh drückt. „Immer angemessen“, beschreibt Luana Schnabel die Umgangsformen außerhalb des kommunalpolitischen Raumes, wenngleich sie in den sozialen Medien schon eine zunehmende Schärfe der Diskussion festgestellt hat.

Für Wicker habe sich viel getan

Schon seit 2016 saß Schnabel für die CDU im Ortsbeirat und das einst empfundene Gefühl der Zurücksetzung des Ortsteils gegenüber dem Rest der Stadt sieht sie schon lange nicht mehr als gerechtfertigt an. Der Neubau der Kita St. Katharina, die Modernisierung des zentralen Platzes Tor zum Rheingau im alten Ortskern, die Halfpipe für die Jugend, die Packstation und nicht zuletzt der Neubau des Feuerwehrgerätehauses, mit 12 Millionen Euro die mit Abstand größte städtische Investition seit langer Zeit – in den vergangenen Jahren sei einiges getan worden für Wicker. Einiges hat sich auch als dauerhaft nicht realisierbar erwiesen, wie etwa der Versuch, im alten Ortskern einen Wochenmarkt zu etablieren, andere Ideen haben sich zerschlagen, wie etwa die einer Markthalle in der alten Goldbornschule. 

An Aufgaben wird es aber auch dem neuen Ortsbeirat nicht mangeln. Als Themen, die der Bearbeitung harren, nennt Luana Schnabel etwa die Ausdehnung von Tempo 30 auf den Rest der Hauptdurchgangsstraßen oder die Etablierung eines schon lange geforderten Nahversorgungsangebotes in der Stadt.

Ein großes Thema für die kommenden Jahre wird sicher auch die Nachnutzung der Fläche des alten Feuerwehrgerätehauses werden. Luana Schnabel könnte sich hier altersgerechte Wohnungen vorstellen. Die Idee hat für sie doppelt Charme. Senioren, die den Stadtteil nicht verlassen wollen, aber mit ihren Häusern überfordert seien, würden hier eine neue, alte Heimat finden und die frei werdenden Häuser könnten von jungen Menschen genutzt werden.

Quelle: Main-Spitze von Freitag, den 27. Februar 2026. Artikel von Jens Etzelsberger


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