„Acht Stunden Nachtruhe sind unerlässlich“

22. Februar 2012

Markus Ochs lobt Positionspapier der Fluglärmkommission: „Acht Stunden Nachtruhe sind unerlässlich“

Der Flörsheimer Erste Stadtrat und CDU-Bürgermeisterkandidat Markus Ochs begrüßt das geplante Positionspapier der Fluglärmkommission mit seiner Forderung nach einem strikten Nachtflugverbot in der Zeit von 22 bis 6 Uhr. Acht Stunden Nachtruhe seien unerlässlich, um die Gesundheit der vom Fluglärm betroffenen Menschen zu schützen, betont Ochs. Aus diesem Grund sei auch inzwischen überall im Bundesgebiet in unzähligen Reglungen zum Immissionsschutz für die Zeit von 22 bis 6 Uhr eine sogenannte gesetzliche Nachtruhe festgelegt worden. Warum dies ausgerechnet für den im stark verdichteten Ballungsraum platzierten Weltflughafen Frankfurt nicht gelten solle, könne er nie und nimmer akzeptieren.

Bereits im Planfeststellungsverfahren für die neue Landebahn sei übereinstimmend festgestellt worden, dass es in den sogenannten Nachtrandstunden, also von 22 bis 23 und von 5 bis 6 Uhr, zu einem überaus verdichteten Flugverkehr kommen werde. Dies habe sich leider jetzt auch in der Praxis bestätigt. Gerade die Zeit frühmorgens sei aber eine ganz besonders lärmempfindliche Zeit. „Bei diesen niedrigen Überflughöhen über der Stadtmitte Flörsheims bis auf 250 Meter herunter wird derzeit bei Ostwetter ab fünf Uhr die halbe Stadt aufgeweckt“, schimpft Ochs, der mit seinem Haus in der Wilhelm-Dienst-Straße wie viele andere Flörsheimer Bürger in der Tagschutzzone 1 direkt von der neuen Landebahn betroffen ist.

Auch die Menschen, die in der Nähe des Flughafens lebten, hätten ein Recht darauf, in Ruhe schlafen zu können. Deshalb sei ein Verbot des Flugbetriebs am Frankfurter Flughafen in der gesetzlichen Nacht von 22 bis 6 Uhr unbedingt notwendig. Fluglärm mache krank. Denn er erhöhe das Risiko für Herz- und Kreislaufleiden und Krebserkrankungen, wie zum Beispiel die Forscher um den Bremer Arzt und Epidemiologen Prof. Dr. Eberhard Greiser in der im Auftrag des Bundesumweltamtes durchgeführten Studie herausgefunden hätten. Die Auswertungen von Krankendaten von mehr als einer Million Versicherten aus der Umgebung des Flughafens Köln/Bonn hätten ergeben, dass Frauen, die tagsüber einer Fluglärmbelastung von mehr als 40 Dezibel ausgesetzt seien, ein fast doppelt so hohes Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen hätten als andere Frauen. Bei Männern erhöhe die Lärmbelastung das Risiko um 69 Prozent. Bei Frauen hätten die Forscher überdies ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs und Leukämie festgestellt.

„Wir dürfen die Menschen im Umfeld des Flughafens nicht im Stich lassen“, so der Erste Stadtrat. Hinweise aus der Politik oder der Wirtschaft, diese Menschen hätten halt Pech gehabt oder müssten für den Flughafen ein „Opfer“ oder gar ein „Sonderopfer“ bringen, zeugten von einem leichtfertigen und überaus egoistischen Umgang mit den Betroffenen, die nicht das geringste Verständnis dafür aufbringen können, dass wirtschaftliche Interessen fast uneingeschränkt höher bewertet werden als die körperliche Unversehrtheit der Menschen.

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