Höchster Kreisblatt: “Verdichtete Bebauung ist nun nicht mehr erwünscht”

22. Oktober 2015

Wenig Verständnis für Wohnbebauung

Verdichtete Bebauung ist nun nicht mehr erwünscht

Erst sollte dort ein Elektronik-Markt angesiedelt werden, dann war von einer Kita samt Familienzentrum die Rede. Jetzt sollen dort Wohngebäude errichtet werden.

Foto: Hans Nietner Das Areal zwischen der Wickerer Straße und dem Anne-Frank-Weg – gegenüber den Flörsheim Kolonnaden – gilt als attraktive Fläche.

Foto: Hans Nietner Das Areal zwischen der Wickerer Straße und dem Anne-Frank-Weg – gegenüber den Flörsheim Kolonnaden – gilt als attraktive Fläche.

Flörsheim. Der Bereich zwischen Elisabeth-Jakobi-Straße und Anne-Frank-Weg war bereits Gegenstand unterschiedlicher Nutzungskonzepte. Derzeit dient die Fläche am Gisbert-Beck-Kreisel als unbefestigter Parkplatz. In Zukunft sollen aber auf dem Areal Wohnhäuser stehen. Der Magistrat hat den Stadtverordneten einen geänderten Bebauungsplan für das sogenannte Baugebiet „Kirchgewann“ vorgelegt. Die Veränderung, die eine Nutzung als Wohngebiet ermöglicht, wurde im Bauausschuss mehrheitlich durchgewunken.

Die geänderte Fassung soll die bisherige Planung ersetzen, die mit dem Aufstellungsbeschluss vom 5. November 2009 auf den Weg gebracht wurde. Damals war vorgesehen, einen Standort für großflächigen Einzelhandel zu schaffen und weitere gewerbliche Nutzungen zu ermöglichen – eigentlich sollte auf dem Grundstück ein Elektronik-Markt angesiedelt werden. Ein gewerbliches Ziel werde nicht weiterverfolgt, heißt es in der Vorlage des Magistrats. Das Grundstück sei nicht groß genug. „Eine Vermarktung war nicht möglich“, steht in der Drucksache.

Lärm spielt keine Rolle

Zusätzliche Gewerbeansiedlung war jedoch nicht der einzige Plan für das Gelände. Zwischenzeitlich war das Areal als Standort für eine neue Kindertagesstätte mit angeschlossenem Familienzentrum im Gespräch. Diese Idee wurde verworfen, nachdem die Verwaltung einen geringeren Bedarf für Betreuungsplätze festgestellt hatte. Wie Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD) im Bauausschuss mitteilte, habe er aus Gesprächen mit dem Ministerium erfahren, dass eine Wohnbebauung an dieser Stelle möglich sei. Der Flörsheimer Verwaltungschef sprach von einer „attraktiven Fläche“. Im Begründungstext des Magistrats wird argumentiert, dass der Bereich zentral innerhalb des Stadtzentrums liege, im Westen und Osten grenze bereits Wohnbebauung an. Durch Neubauten werde dem hohen Bedarf an Wohnbebauung in der Region Rechnung getragen. Von Einschränkungen durch den Fluglärm der Nordwest-Landebahn war in der Ausschusssitzung keine Rede.

Versiegelung vorgesehen

Zwei Drittel des 4500 Quadratmeter großen Areals sind für Wohnbebauung vorgesehen. Die Planänderung soll die Voraussetzung für die Entwicklung von drei Doppelhäusern am Anne-Frank-Weg schaffen. Außerdem sollen zwei dreigeschossige Mehrfamilienhäuser im Zentrum des Geländes entstehen. Der Bereich direkt an der Elisabeth-Jakobi-Straße soll weiterhin als Parkplatz genutzt werden. Die Fläche müsse künftig komplett versiegelt werden, da sich im tiefen Untergrund noch Altlasten befinden, erklärte Michael Antenbrink. Das ehemals als Boeder-Gelände bekannte Areal war in früheren Jahren eine Kiesgrube sowie der Standort einer Chemiefabrik und später eines Herstellers für Computerdisketten. Im Bereich der Flörsheim Kolonnaden ließ die Stadt vor dem Bau des Einkaufszentrums die Altlasten entfernen.

Die Vertreter der CDU enthielten sich bei der Abstimmung im Bauausschuss. Es bestehe derzeit bereits eine dichte Bebauung in diesem Bereich, argumentierte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Frank Neugebauer. Außerdem nehme sich die Stadt durch die Änderung der Pläne die Möglichkeit, diese Stelle für die Planung des Familienzentrums zu berücksichtigen. Ein geeigneter Standort für den generationenübergreifenden Treffpunkt wird nämlich immer noch gesucht. SPD und Galf bevorzugen das Ex-Axthelm-Gelände.

Nach einem Änderungsantrag der CDU einigten sich die Stadtverordneten jedoch darauf, einen gemeinsamen Antrag zum Familienzentrum für die kommende Sitzung zu formulieren.

Quelle: Höchster Kreisblatt vom 22. Oktober 2015

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