Main-Spitze: „Opa Heinz“ macht Platz für Jüngere

2. März 2013
Das Kapitel Ortsvorsteher hat Heinz Lauck am 1. März zugeschlagen. Allen anderen ehrenamtlichen Ämtern in der Kommunalpolitik bleibt er treu. Quelle: Main-Spitze

Das Kapitel Ortsvorsteher hat Heinz Lauck am 1. März zugeschlagen. Allen anderen ehrenamtlichen Ämtern in der Kommunalpolitik bleibt er treu. Quelle: Main-Spitze

RÜCKTRITT CDU-Kommunalpolitiker Lauck legt das Ortsvorsteher-Amt nieder / Im Stadtparlament aber weiter engagiert / Mehr Zeit für die Enkel

„Nein, drei Kreuze mache ich nicht, nur eines“, erklärte Heinz Lauck, der zum 1. März zwar sein Amt als Weilbacher Ortsvorsteher niedergelegt hat, aber der Kommunalpolitik und der CDU als Stadtverordneter, stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher, Kommissionsmitglied im Eigenbetrieb Stadthallen und als Terra-Aufsichtsrat erhalten bleibt.

Seinen Rücktritt hatte Lauck bereits in der Ortsbeiratssitzung am 18. Februar begründet. Mit 65 Jahren wolle er jetzt Jüngeren Platz machen und selbst auch mehr Zeit für Familie und Freunde haben. Im Gespräch mit der „Main-Spitze“ wies er besonders auf seine drei zweijährigen Enkelsöhne und die fünfjährige Enkeltochter hin, von denen er nie hören wolle, dass „Opa Heinz nie Zeit für sie hatte“. Außerdem sei das Amt als Ortsvorsteher mit vielen repräsentativen, wenn auch schönen Aufgaben verbunden gewesen, die ihm aber besonders an den Wochenenden keine Zeit für Unternehmungen mit Freunden ließen.

Zwölf Jahre lang habe er nun sein Amt, für das er stets einstimmig gewählt wurde, als Vertreter aller Fraktionen ausgeübt und lobte besonders die positive Gesprächskultur im Gremium, wenn zwar mitunter hart diskutiert wurde, aber nie persönliche Tiefschläge verteilt wurden. „Wir haben oft an einem Strang gezogen, wenn es um das Wohl von Weilbach ging“, betonte der CDU-Politiker, der sich mit Leib und Seele für seinen Stadtteil einsetzte, und von allen Kollegen viel Lob für seinen sachlich-fairen Führungsstil erhielt. „Für mich gehört Zuhören zum Respekt“, schilderte er seine Einstellung und bezeichnete sich als Mensch, der Kompromisse sucht. Als solcher wurde er auch über Parteigrenzen hinweg geachtet.

Erst 1997 war Lauck in die CDU eingetreten, um speziell für Weilbach etwas zu bewegen, davor sei er lediglich Sympathisant gewesen. Gleich wurde er in den Ortsbeirat und als Stadtverordneter gewählt, bevor er 2001 Ortsvorsteher wurde. Rückblickend freut er sich über so manche Erfolge und positive Veränderungen in den Jahren seines Wirkens. So habe er sich stark gemacht für einen sicheren Rad- und Fußweg zum Germania-Gelände und für den zusätzlichen Trainingsplatz dort viel Überredungskunst eingebracht, um dafür Naturschutzgelände zur Verfügung gestellt zu bekommen.

Für Weilbach eingesetzt

Intensiv habe er sich auch für ein eigenes Vereinsheim der „Gemütlichkeit“, die vorher in zwei Garagen hauste, am Wasserwerkberg eingesetzt und ist heute noch dankbar für die Unterstützung von Bürgermeister Antenbrink (SPD), zu dem er stets einen guten Draht hatte. Da bereits seine beiden Kinder in die Grundschule am Weilbach gegangen waren, wo er dringenden Sanierungsbedarf sah, war auch das ein großes Anliegen und erfüllt ihn heute mit Freude, dass sein ständiges Nachhaken beim damaligen Landrat Berthold Gall Erfolg hatte. Zu den „schönen Seiten des Erfolgs“ zählt er auch die kürzlich fertiggestellte Weilbachhalle, die ohne Grundsanierung aus Sicherheitsgründen hätte geschlossen werden müssen.

Als „bitterste Erfahrungen“ in seiner Amtszeit bezeichnete Lauck den „unsäglichen Bürgerentscheid zur Umgehungsstraße“ und die mangelnde Solidarität auch von Weilbacher Bürgern. „Aber man muss positiv in die Zukunft schauen“, begrüßt er nun die Anstrengungen, die parteiübergreifend für eine kleine Umgehung unternommen werden. Insgesamt könne er auf viele schöne Momente und eine harmonische Arbeit im Ortsbeirat zurückschauen, bedauerte aber auch, dass das ehrenamtliche Engagement der Kommunalpolitiker von manchen Bürgern zu wenig gewürdigt werde. Sprach’s und machte sich auf den Weg zur Fraktionssitzung, statt wie andere einfach nur den Feierabend zu genießen.

Quelle: Main-Spitze vom 2. März 2013

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