Zum aktiven Lärmschutz: Keine Entlastung für Untermainstädte

2. Juli 2010

CDU-Vorsitzender Marcus Reif zum so genannten ‚aktiven Lärmschutz‘ für den für den Flughafen

Flörsheim. Die jetzt von der Deutschen Flugsicherung (DSF) vorgestellten Maßnahmen eines sogenannten ‚Anti-Fluglärm-Pakets‘ bewertet der Flörsheimer CDU-Vorsitzende Marcus Reif kritisch. „Leider stellen wir fest, dass die Untermainstädte und insbesondere Flörsheim nicht davon sonderlich profitieren!“ Wenn die Nordwestlandebahn 2011 in Betrieb genommen werde, müsse man in Flörsheim Flugzeuge ertragen, die die Stadt in 243 Meter Höhe überfliegen.

Marcus Reif wundert sich über den Zeitpunkt, an dem die DSF ihre Maßnahmen zum ‚aktiven Lärmschutz‘ verkündet: An- und Abflugverfahren mit steileren Winkeln gebe es seit Jahren an anderen Großflughäfen. In Frankfurt würde das seit 30 Jahren eher beiläufig diskutiert und hätte längst verwirklicht werden können.

Der CDU-Vorsitzende fragt sich auch, was der Hinweis auf die Umrüstung der Boeing-737-Flotte der Lufthansa mit lärmärmeren Triebwerken soll. „Lufthansa hat mit einer modernen, lärmarmen Flotte nur rund 50 Prozent des Verkehrs in Frankfurt. Besonde-re Probleme bereiten aber ältere Maschinen von Fluggesellschaften, die sich keine neuen Flugzeuge oder Triebwerke leisten können oder wollen.“

„Wir haben nichts gehört, was als Fluglärm mindernde Maßnahmen seit Jahrzehnten bekannt ist und nicht längst hätte eingeführt werden können“, sagte Marcus Reif. Leider habe sich Fraport mit dem Bau der Nur-Landebahn Nordwest für eine Ausbauvariante entschieden, die bereits im Generalausbauplan 1959 als eine von sechs Möglichkeiten ausgeschlossen worden war. Inzwischen habe sich herausgestellt, dass die neue Piste mit 2,6 Milliarden Euro Kosten unwirtschaftlich sei und die weltweit teuerste Landebahn werde.

Das jahrelang von der Politik als bindend versprochene Nacht-flugverbot habe sich auch als nicht ernst gemeint heraus gestellt, weil nach dem Urteil des höchsten hessischen Gerichts, das die Nachtflugregregelungen im Planfeststellungsbeschluss gekippt hatte, die Landesregierung vor die nächste Instanz gezogen sei. „Zielsetzung muss es sein, ein absolutes Nachtflugverbot zu erhalten. Das ist das Ergebnis der Mediation, das sollte das Minimum sein!“, sagt Marcus Reif. Zurzeit würden Nacht für Nacht 120 Starts und Landungen stattfinden. Man warte jetzt noch Gerichtsentscheidungen ab und vertraue den Entscheidungen der höchsten deutschen Gerichte.

Erschiene Pressemeldungen:

  • Höchster Kreisblatt am 05.07.2010
%d Bloggern gefällt das: